Eintanzen ist gar nicht so schwer – denn das geht so:

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Vorsicht geboten – Achtung Satire!

Das sind Brigitte und Bernd. Die beiden sind ja vor einiger Zeit in die B-Latein-Klasse aufgestiegen und haben am letzten Turnierwochenende einen großen Schreck bekommen. Denn als sie am Turnierort ankamen, wunderten sie sich, dass die anderen aus ihrer Klasse schon total verschwitzt von der Fläche gingen. Brigitte hatte schon befürchtet, dass sie sich in der Uhrzeit vertan hatten und zu spät waren, aber dann stellte sich heraus, dass gerade das Eintanzen lief. Nochmal Glück gehabt, denn ohne Eintanzen sind die Muskeln ja nicht aufgewärmt. Und schließlich muss ja auch getestet werden, ob man noch alle Programme kann. Am besten zweimal testen, denn doppelt hält besser. Eigentlich ist das Eintanzen ja wie ein Schaulaufen, also quasi ein Turnier vor dem Turnier. Was es da alles zu sehen gibt…
Der Tobias hat sich ja früher immer im Kimono eingetanzt. Das sah bei Spins immer total spektakulär aus, wenn sich der viele Stoff zeitverzögert mitgedreht hat. Da fiel auch gar nicht auf, dass der Tobias überhaupt nicht gut drehen konnte. Und viel Strass hat er auf den Kimono geklebt – wegen der Optik. Das geht mit gewöhnlichen Bademänteln natürlich nicht. Apropos „Drehen“: Besonders beim Eintanzen auf Meisterschaften ist viel Drehen sehr wichtig, denn bei den funkelnagelneuen Kleidern ist meistens der Strasskleber noch nicht fest. Da ist es gut, wenn man zügig alle noch lockeren Steinchen verliert, damit sie einen später im Turnier nicht irritieren. Aber warum tanzen alle eigentlich immer bei Meisterschaften in neuen Klamotten? Na – wegen der Wertungsrichter: Wer neue Kleider hat, sieht gut aus, und wer gut aussieht, tanzt gut, und wer gut tanzt, bekommt viele gute Kreuze. Klingt komisch, ist aber so. Aber wenn das alle machen, ist es dann nicht egal? Und wird das Outfit denn überhaupt bewertet? Es soll ja auch Tänzer geben, die sich auf Socken oder sogar barfuß eintanzen. Das passt zwar nicht zum tollen Outfit, quietscht aber schön, wenn die Füße noch trocken sind. Und warum tanzt sich die Brigitte mit Stulpen ein? „Na, damit die Beine warm bleiben.“ erklärt der Tobias. Und warum hatte sie die Stulpen in der ersten Samba immer noch an? Sieht blöd aus, wenn man sie vergisst, auszuziehen…

Lustig ist auch, wenn die Paare ihre eigene Eintanzmusik mitbringen und über Kopfhörer hören. Ist halt beim Langsamen Walzer schwierig, wenn gerade Wiener Walzer läuft und die anderen sie über den Haufen tanzen. Oder sie andersherum beim Paso Doble alles niedermähen, weil gerade eine Rumba gespielt wird. Brigitte und Bernd tanzen ja immer direkt vor dem Wertungsrichtertisch ihre spektakulärsten Posen. So richtig ausführlich und lange. Besonders gerne natürlich in Rumba. Oder in Paso Doble auf dem Boden. So ein Spagat sieht halt einfach gut aus und passt in jeden Tanz. Wenn man ihn kann. Und nach dem Eintanzen sagt der Bernd dann immer zur Brigitte, dass es super läuft, und zwar so laut, dass es die Umstehenden gut hören. Aber auch dann, wenn es sich grottenschlecht anfühlt. Den Tipp hat ihnen nämlich auch der Tobias gegeben. „Aus taktischen Gründen.“ hat er gesagt. Damit die Wertungsrichter sie schon mal im Hinterkopf haben und es beim Kreuzchenmachen einfacher haben. Übrigens tanzen sich der Pjotr Prontopov und die Piroschka Prontopotopov nie ausgiebig ein sondern testen nur mal kurz den Boden. Aber die sind ja auch S-Klasse und haben vorher trainiert und können auf den Turnieren einfach nur lostanzen.

 

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Quelle:tnw.de/tanz mit uns