Breitensport von klein auf

133

- Werbung -

(Breiten)-Sport fängt ganz unten an

Abnahme des Tanzsternchens (Foto: DRK Kolven)

Über Turniere und erfolgreiche Paare bzw. Gruppen wird an dieser Stelle oft berichtet. Sicherlich ist das interessant und regt den ein oder anderen zum Nachmachen an. Aber ich frage mich, wo die eigentliche Aufbauarbeit für erfolgreiche Sportler liegt. Ist es der Anreiz, Großes zu erreichen – oder kann es auch schon der Anreiz sein, für sich persönlich einen Erfolg zu erzielen. Und genau da setzt m.E. der Breitensport-Gedanke an. Mit Spaß und Freude kann an eine Sportart herangeführt werden.

Wir fangen bei uns mit den Kitas an. Zugegeben, wir hatten das Glück, „nur“ Abteilung eines Mehrspartenvereins zu sein, der zudem noch Pate eines Bewegungskindergartens ist. In dieser Kita wurde bereits seit langem getanzt – unterrichtet durch die Erzieherinnen. Wir haben die Gelegenheit  eim Schopf ergriffen und dort zum ersten Mal das Tanzsternchen durchgeführt. Dies wurde von der Kita, den Eltern und den Erzieherinnen positiv aufgenommen. Wir haben dann die Kontakte ausgebaut und angeboten, durch unsere Übungsleiterin das Tanzangebot zu übernehmen und somit auch eine gewisse Entlastung der oftmals gestressten Erzieherinnen zu erlangen. Fast zeitgleich haben persönliche Kontakte zu einer anderen Kita dazu geführt, dass wir dort kostenfreie Kurse bzw einen Workshop im Kreativen Kindertanz anbieten konnten. Finanziert wurde dies durch das LSB-Programm 1000 x 1000 Euro. Mit diesem Programm werden durch den LSB bzw das Land NRW u.a. Projekte mit Kitas finanziert bzw. bezuschusst. (https://www.lsb.nrw/service/foerderungen-zuschuess /foerderprogramm-1000×1000). Die Aktionen waren von Erfolg gekrönt und wir konnten in beiden Kitas den Kindertanz quasi als Ergänzungsangebot (als Vereinsmitglied und gegen Zahlung des üblichen Beitrages) installieren.

Die örtliche Presse hat hierüber ausführlich berichtet und somit Nachfragen anderer Kitas angeregt. Zudem haben sich bei uns Eltern gemeldet, deren Kinder eine andere Kita besuchten und auch Interesse hatten. Natürlich haben auch wir direkt Kitas angesprochen. Dabei ist festzustellen, dass nicht jede Kita „geeignet“ ist. Kitas mit nur 2 Gruppen haben in der Regel nicht die nötige Mindestzahl von Kindern im entsprechenden Alter. Bei 3-Gruppen-Kitas wird es je nach Zahl der U 3 Kinder manchmal knapp. Uns ist es jedoch gelungen, mit sieben von elf örtlichen Kitas Kooperationen einzugehen. Mit Spaß und Freude sind die Mädchen und (wenigen) Jungen dabei. Inzwischen tanzen dort ca. 100 „unserer“ mehr als 200 Kinder. Höhepunkt ist immer die jährliche Abnahme des Tanzsternchens, bei dem wir tatkräftig und mit Sachverstand von Horst Westermann aus unserer Nachbarstadt Haltern unterstützt werden. Durch die altersbedingte Fluktuation (z.B. Wechsel zur Schule) schwankt die Zahl der teilnehmenden Kinder von Jahr zu Jahr. Das Finanzierungsdefizit können wir zum einen durch eine Quersubvention innerhalb der Abteilung auffangen – zum anderen steht dafür durchaus auch das o.a. Programm 1000×1000 zur Verfügung. Da wir ein reguläres Vereinsangebot durchführen, steht z B Beziehern von Wohngeld oder Arbeitslosengeld 2 ein Zuschuss nach dem BuTGesetz offen.

Warum machen wir das? Können die Kinder nicht nachmittags zu einem regulären Vereinsangebot? Zum einen sind unsere räumlichen Verhältnisse beschränkt. Wir nutzen die städt. Sporthallen, die weitestgehend und insbesondere zu „kinderfreundlichen“ Zeiten ausgelastet sind. Zum andern denken wir an die Kinder, die nach der Kita durch verschiedenste Gründe nicht zu einem Vereinsangebot gebracht werden können – (z.B. Alleinerziehende mit mehreren Kindern, Kinderbetreuung durch Großeltern, die nur bedingt „transportieren“ etc.)

Und was passiert nach der Kita? Dann kann bei uns natürlich weiter getanzt werden. HipHop, VideoClipDancing oder Dance Mix mit div. Stilrichtungen nach Wunsch der Kids sind immer nachgefragt. Ihre Leistungen zeigen die Gruppen zwar nicht auf Turnieren, sind aber bei Veranstaltungen am Ort oder in der Region oftmals dabei und ein eigener Werbeträger. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ehemalige Tänzerinnen nach Eheschließung und dem ersten Kind wieder zu einer unserer Gruppen stoßenund sei es beim Orientalischen Tanz oder Zumba.

Das Resümee für uns heißt: Aufbauarbeit von unten auf macht sich bezahlt – und sei es nur, dass wir jungen Menschen den Weg zum Tanzsport weisen und sie durchaus dann auch anderweitig höherklassig dabei sind. Auch das ist für uns ein Grund zur Freude.

Im Übrigen: „Unsere“ Kitas sind sowohl vom Angebot als auch von den Tanzsternchen begeistert. Immerhin ist ein – wenn auch kostenpflichtiges – Angebot in der Kita. Sofern die Kita dann auch noch Familienzentrum ist, ist es doppelt wert. Unsere Kitas haben bzw. bekommen in Kürze das Prädikat „Tanzsportbetonter Kindergarten“.

Text: Walter Schain
Abteilungsleiter Tanzsport TuS 09 Erkenschwick e.V.

zurück

Quelle:tnw.de/tanz mit uns